Alle rechtlichen Fragen zum Fahrradträger

Rechtliche VorschriftenIn unserem Fahrradträger Test haben wir Produkte von mehreren Herstellern auf Herz und Nieren geprüft. Während einige Träger überzeugen konnten, enttäuschten andere Modelle auf ganzer Linie. Doch neben unserem Test gibt es auch Gesetze und Verordnungen, welche beachtet werden müssen, wenn man den Fahrradträger am Auto montieren möchte. Viele wissen nicht, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um bedenkenlos die Zweiräder mit in den Urlaub nehmen zu können. Wie schnell darf man überhaupt fahren? Darf das Nummernschild verdeckt sein? Diese und viele weitere Fragen gilt es zu beachten. Besonders in unseren Nachbarländern herrschen nochmals andere Bedingungen als in Deutschland. Es gilt also äußerste Vorsicht, um Strafen zu vermeiden.

Vorschriften DeutschlandDeutschland

Besonders in puncto Nummernschild gibt es oftmals Verwirrung. Dabei ist die Rechtslage in Deutschland recht klar in der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) definiert.

Bringt man einen Fahrradträger am hinteren Ende des PKW an, so ist es notwendig ein drittes Nummernschild mit dem amtlichen Kennzeichen am Fahrradträger anzubringen. So ist gewährleistet, dass Kennzeichen jederzeit sichtbar ist und nicht vom Träger verdeckt werden kann. Eine Abstempelung ist allerdings nicht erforderlich. Nur das Anbringen eines dritten Kennzeichens ist notwendig.

Bei der Höchstgeschwindigkeit gibt es in Deutschland kein Gesetz oder eine Verordnung, welche vorschreibt, wie schnell ich mit einem Fahrradträger fahren darf. In der Regel gibt der Hersteller selbst an, bis zu welchem Tempolimit mit dem Produkt beschleunigt werden sollte. Viele Anbieter setzen das Limit bei 120 km/h. In vielen Praxistests wurde allerdings auch ersichtlich, dass es nicht immer ratsam ist das Tempo voll auszufahren. Vor allem bei Strecken mit Schlaglöchern oder vielen Kurven ist es ratsam etwas langsamer zu fahren. Auch im Falle einer Vollbremsung kann eine zu hohe Geschwindigkeit schwerwiegende Folgen haben.

Wichtig zu wissen ist dennoch, dass der Hersteller die Sicherheit seines Produktes bis zum vorgegebenen Geschwindigkeitslimit garantiert. Für eine Reise in Deutschland sollte somit nichts mehr im Weg stehen!

  • Tempolimit: keines (Herstellervorgabe)
  • Kennzeichen: Drittes Nummernschild ist Pflicht
  • Beleuchtung: Zusätzliche Beleuchtung ist Pflicht

Vorschriften SchweizSchweiz

In der Schweiz sind die Regeln für das Anbringen von Fahrradträgern deutlich strenger. Hier ist es nur erlaubt, Fahrräder zu transportieren, wenn keine Beeinflussung des normalen Straßenverkehrs vorhanden ist.

Im schweizerischen Gesetzbuch (online abrufbar unter www.gesetzt.ch) sind hierzu mehrere wichtige Artikel zu beachten.

So dürfen Kennzeichen oder die Beleuchtung des Fahrzeuges keinesfalls in irgendeiner Weise verdeckt werden. Zudem darf die zusätzliche Ladung nicht breiter sein, als das Fahrzeug selbst. So wird vermieden, dass Fahrräder an den seitlichen Rändern des Autos hinausragen und so für Gefahren im Straßenverkehr sorgen.

Auch die Sicherung spielt eine wichtige Rolle, denn Fahrräder gelten im Allgemeinen in der Schweiz als Ladung. Diese muss grundsätzlich so gesichert sein, dass nichts herunterfallen kann oder andere Teilnehmer im Straßenverkehr belästigt. Kommt es zu einem Unfall in Folge einer falschen Sicherung, so muss der Fahrer des PKW selbst für den Schaden aufkommen. Allein dieser Aspekt sollte Urlauber dazu anhalten, besser einen Blick zu viel als zu wenig auf das Fahrzeug zu werfen.

  • Tempolimit: keines (Herstellervorgabe)
  • Kennzeichen: Drittes Nummernschild ist Pflicht
  • Beleuchtung: Zusätzliche Beleuchtung ist Pflicht
  • Beladung: Maximale Breite vom Auto darf nicht überschritten werden
  • Sicherung: Die Fahrräder gelten als Ladung und müssen immer gesichert sein

Vorschriften ÖsterreichÖsterreich

Nochmals anders gestaltet sich die Rechtslage im benachbarten Österreich. Zwar muss auch hier ein drittes Kennzeichen am Fahrradträger angebracht werden, um die freie Sicht auf das Nummernschild zu gewährleisten.

Allerdings mit einer Besonderheit. In Österreich spricht man von der roten Kennzeichentafel, welche am Fahrradträger angebracht werden muss. Dies bringt allerdings auch einige Probleme mit sich.

In Nachbarland Ungarn sind Drittkennzeichen beispielsweise verboten. Hier müsste man wiederum das originale Kennzeichen des Fahrzeuges abmontieren und am Träger selbst anbringen. Zwar ist auch in Deutschland die rote Kennzeichentafel verboten, hier wird daher geraten ein identisches drittes Kennzeichen wie die beiden originalen am Auto selbst anfertigen zu lassen (mehr Informationen im Rechtsinformationssystem).

  • Tempolimit: keines (Herstellervorgabe)
  • Kennzeichen: Drittes Nummernschild ist Pflicht (rote Tafel)
  • Beleuchtung: Zusätzliche Beleuchtung ist Pflicht

Achtung auch in anderen Ländern in Europa

In Kroatien sind rote Kennzeichen ebenfalls verboten. Hier dürfen lediglich die Originalkennzeichen montiert sein. Diese müssen frei einsichtbar sein. Dies ist bei vielen Fahrradträgern gar nicht so einfach, da am Träger selbst kein weiteres Nummernschild angebracht werden darf. Auch in Slowenien ist dies der Fall was oftmals bei deutschen für Probleme mit der Polizei sorgt.

Besonders wichtig ist, ganz egal in welchem Land, vor allem eines. Weder die Vorrichtung zur Beleuchtung noch das amtliche Kennzeichen dürfen letztlich verdeckt sein. Beachtet man dies und erkundigt sich vor dem nächsten Urlaub etwas genauer über die Vorschriften im Einreiseland, so kann im nächsten Urlaub nichts mehr schief gehen!

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